Die Mutter

R. Maux

Aufwärts die Theaterrampe

rollen dröhnend die Karossen,

abseits unter trüber Lampe

steht ein altes Weib verdrossen.

Nur wenn jäh ein Hengst mal scheute,

wars, daß sie zusammenschrecke;

niemand aus dem Strom der Leute

sieht die Alte in der Ecke.

An die neue "Größe" dachte,

von ihr sprach man nur.—Die Güte

eines Grafen, hieß es, brachte

herrlich ihr Talent zur Blüte.

Später. Jubelstürme hallten

in den Schlußklang der Trompeten....

Aber draußen kams der Alten,

heimlich für ihr Kind zu beten.