Gambrinus

R. Schwalm

Nicht kann ich länger helfen mir,

Ich werd' ein Weltverächter.

Die Menschen und das liebe Bier,

Die werden täglich schlechter.

Ade, du Welt, so falsch und kalt!

Ich ziehe in den düstern Wald

Und werd' ein Eremite.

Auf einer grünen Waldesau

An stiller, kühler Stelle

Dem heiligen Gambrinus bau'

Ich eine Waldkapelle.

Ich nehm' dazu ein altes Fass

Und droben wird ein Deckenglas

Als Glocke aufgehangen.

Und wenn zur Vesperzeit erschallt

Mein Glöcklein klar und helle,

Dann pilgert durch den finstern Wald

Zur traulichen Kappelle

Mit vollen Krügen Bier beschwert

Die Menschheit, so noch fromm verehrt

Den heiligen Gambrinum.

Es lagern sich im Kreis umher

Die frommen Potatores,

Wir trinken alle Krügen leer

Gambrini in honores;

Mein Glöcklein läutet bim, bim, bam

Wohl in majorem gloriam

Sanctissimi Gambrini.