Spielmannslohn

R. Schwalm

Ich habe mir mit Sang und Spiel

Schon manchen Preis gewonnen,

Doch leider ist's, war's noch soviel,

Bald durch die Kehle geronnen.

Kein Angedenken hab' ich mehr

An klangerfüllte Stunden,

Es ist und bleibt der Beutel leer,

Und Alles ist verschwunden.

Nur eines Abends denk' ich noch

In einer Stadt am Rheine,

Denn da ward unversehens doch

Der höchste Spieldank meine.

Es war nicht Gold, nicht Ehrenkranz

Für die gesungnen Lieder,

Doch neidisch sah mit vollem Glanz

Der Mond darauf hernieder.

Es brachten, die mein Sang geruhrt,

Als Lohn mir im Vereine

Zu einem Kusse zugeführt

Die schönste Frau vom Rheine.

In Demuth nahm ich hin den Dank

Von ihrem rothen Munde,

Und stolz trag' ich ihn lebenslang

Auf meines Herzens Grunde.

O Herr, so du mir gnädig bist

Auf deinem Himmelsthrone,

Daß man ein armer Spielmann ist,

Lohnt sich bei solchem Lohne!