Aus der Fremde I

R. Spring

Diese kummervolle Erde

Ist das Haus der Fremde.

Und nach meiner Heimat hin

verlangt's mich aus der Fremde.

Bei Gesang und Saitenspiele,

Im Gemach der Freude

Jubeln sie, doch stumm vom Feste

Blickt hinaus der Fremde.

Einen Goldpokal, gefüllt

Mit klarem Blut der Rebe,

Reicht man ihm, doch trüben Kummer

Trinkt daraus der Fremde.

*

Dein gedenk' ich, wann ich wache,

Wann ich träume, deiner;

So mit Sehnsucht denket seines

Heimatgau's der Fremde.

Nur im Himmel deiner Seel'

Ist meines Geistes Heimat;

Und in deiner Liebe Träumen

Ist zu Haus der Fremde.

Deiner denken ist das einz'ge

Licht der Trennungsnächte;

Und dich nennen ist der einz'ge

Ohrenschmaus der Fremde.

*

Liebesgeister, Weggeleiter!

Werdet ihr Hafisen

Bald zur stillen Heimat leiten

Aus dem Braus der Fremde?