Jetzt tauchst du schneeig lilienrein
R. Steuer
Jetzt tauchst du schneeig lilienrein
Ins leichte Wellgekose
Die zarten Glieder ein,
Und blühst im Bad wie eine Rose;
Das Wasser, kaum berührt
Von deinem kleinen Fuße,
Schwillt, da es deine Nähe spürt,
Beseelt empor zu deinem Gruße.
Das aufgelöste Lockenhaar
Wallt über deinen Rücken,
Verschämt erblickt sich offenbar
Die Schönheit mit Entzücken,
Und während ich im Garten hier
Dies schreib' zu deinem Ruhme,
Naht sich ein schöner Falter mir,
Als wär' dies Blatt schon eine Blume.