Müllerlied

S. Kerling

In meiner Mühle

walt' ich und fühle

mich wohlgemut.

Kundschaft ist gut,

bin guter Dinge,

arbeit' und singe,

weiß nicht von Not,

habe mein Brot!

Herrlich zu lauschen,

wenn Räder rauschen,

ticke tick tack, ticke tick tack!

Kommt auch mitunter

Dirnlein herunter,

lieblich und zier,

mahlet bei mir.

Wasser mag tosen,

heimlich wir kosen;

keiner so schlau

droben im Gau;

spricht sie gar bänglich:

's ist doch verfänglich,

mein Herz schlägt ticke tick tack.

O du lieb Käthel,

kreuzdummes Mädel,

merkst du denn nicht,

was 's Herzel spricht?

Liebst mich gar innig,

gar so treu sinnig,

werde nicht rot,

's hat keine Not.

Lieb' macht nicht Schmerzen,

d'rum geht's im Herzen

ticke tick tack, ticke tick tack!

Spricht sie vertraulich:

Mir ist nicht graulich,

an deiner Brust

fühl' ich nur Lust!

Ich bin behende,

fass' ihre Hände,

küsse sie fest

im Müllernest.

Und sonder Weile

schlagen in Eile

Mühl' und Herz: Ticke tick tack!