Wenn Vöglein klagen

Schönberg, Arnold

Wenn Vöglein klagen und in grünen Zweigen

mit lindem Säuseln Sommerlüftchen beben,

wenn dumpfen Murmelns lichte Wellen steigen

und um beblümte, frische Ufer weben,

sitz ich und schreib, in Liebe hingegeben,

und, die der Himmel uns geruht zu zeigen,

die Erde barg, seh ich dann noch am Leben

und fernher meinen Seufzern hold sich neigen.

"Warum ach! vor der Zeit dich so verbluten?"

spricht sie voll Mitleids. "Warum nur vergießen

aus trüben Augen schmerzensvolle Fluten?

Nicht klag' um mich; ich starb, um zu genießen

ein ewig Dasein, und in ewgen Gluten

erschloß mein Aug' ich, da ich's schien zu schließen."