An die Sterne

Schumann, Robert

Sterne,

In des Himmels Ferne!

Die mit Strahlen bessrer Welt

Ihr die Erdendämmrung hellt;

Schau'n nicht Geisteraugen

Von euch erdenwärts,

Daß sie Frieden hauchen

Ins umwölkte Herz?

Sterne,

In des Himmels Ferne!

Träumt sich auch in jenem Raum

Eines Lebens flücht'ger Traum?

Hebt Entzücken, Wonne,

Trauer, Wehmut, Schmerz,

Jenseit unsrer Sonne

Auch ein fühlend Herz?

Sterne,

In des Himmels Ferne!

Winkt ihr nicht schon Himmelsruh'

Mir aus euren Fernen zu?

Wird nicht einst dem Müden

Auf den goldnen Au'n

Ungetrübter Frieden

In die Seele tau'n?

Sterne,

In des Himmels Ferne,

Bis mein Geist den Fittich hebt

Und zu eurem Frieden schwebt,

Hang' an euch mein Sehnen

Hoffend, glaubevoll!

O, ihr holden, schönen,

Könnt ihr täuschen wohl?