Die Nonne

Schumann

Sie steht am Zellenfenster,

Denkt unablässig sein,

Der ihr das Wort gebrochen,

Und blickt ins Land hinein,

Zwei Schäflein weiden im grünen Klee,

Der Lenz tut wohl, der Lenz tut weh.

Ein Duften und ein Flöten

Dringt aus dem Gartenraum,

Und über Eisengittern

Rauscht drein der Lindenbaum

Zwei Vögeln sitzen in Wipfeln grün

Miteinander die rosigen Wolken zieh'n.

Tief aus der Waldnacht drüben

Lispelt und lockt es gar;

Voll Wehmut lauscht die Nonne,

Sie träumt so wunderbar,

Da wirft ihr, mitleidsvoll allein,

Der Wind eine Blüt' ins Kammerlein.