Die Kartenlegerin

Schumann, Robert

Schlief die Mutter endlich ein

Über ihrer Hauspostille?

Nadel, liege du nun stille,

Nähen, immer nähen, nein!

Ei, was hab ich zu erwarten,

Ei, was wird das Ende sein?

Trüget mich die Ahnung nicht,

Zeigt sich einer, den ich meine,

Schön, da kommt er ja, der eine,

Coeur-Bub kannte seine Pflicht.

Eine reiche Witwe? Wehe.

Ja, er freit sie, ich vergehe,

O verruchter Bösewicht.

Herzeleid und viel Verdruss,

Eine Schul' und enge Mauern,

Karo-König, der bedauern

Und zuletzt mich trösten muss.

Ein Geschenk auf artge Weise,

Er entführt mich, eine Reise,

Geld und Lust im Überfluss.

Dieser Karo-König da

Muss ein Fürst sein oder König

Und es fehlt daran nur wenig,

Bin ich selber Fürstin ja.

Hier ein Feind, der mir zu schaden

Sich bemüht bei seiner Gnaden,

Und ein Blonder steht mir nah.

Ein Geheimnis kommt zu Tage,

Und ich flüchte noch bei Zeiten,

Fahret wohl, ihr Herrlichkeiten,

O, das war ein harter Schlag.

Hin ist einer, eine Menge

SYSTEMBilden um mich ein Gedränge,

Dass ich sie kaum zählen mag.

Kommt das dumme Fraungesicht,

Kommt die Alte da mit Keuchen,

Lieb und Lust mir zu verscheuchen,

Eh' die Jugend mir gebricht?

Ach, die Mutter ist's, die aufwacht,

Und den Mund zu schelten aufmacht.

Nein, die Karten lügen nicht.