Freiheitslied

Schumann, Robert

Zittr', o Erde, dunkle Macht

Bis zum Abgrund nieder

Der Gedank' ist aufgewacht,

Schüttelt sein Gefieder,

Will geflügelt dir entfliehn,

Wenn du nicht wirst fesseln ihn,

Sprich, ob du's wirst können!

Wie des Kerkers Fuge kracht,

Wenn von einem Blitze

Dem, der drinnen liegt in Nacht,

Wird gezeigt die Ritze,

Wie das Haupt die Hoffnung hebt,

Und der Geist zur Freiheit strebt,

Und entfleugt den Mauern!

Wie im Arm der Buhlerin

Einer liegt versunken,

Durch den lustberauschten Sinn

Plötzlich zuckt ein Funken,

Dass er dort, wo Engel geh'n,

Sieht die reine Liebe steh'n,

Die ihn aufwärts winket!