Frühlingslied

Robert Schumann

Das Körnlein springt,

Der Vogel singt,

Der Frühling ist gekommen;

Es rinnt der Quell,

Der Bach fließt hell,

Das Fischlein kommt geschwommen.

Und überall

Ist froher Schall,

Es regt sich voller Freude,

Denn Wonn und Lust

Füllt jede Brust,

Das Gräslein auf der Heide.

Die Biene summt,

die Horniß brummt,

Die Spinne drehet Netze;

Versteckt sie sitzt,

Ihr Auge blitzt,

Sie sinnt auf Raub und Hetze.

Und Mücklein fliegt,

Im Netze liegt

Es, eh es sich's versehen;

Und denkt es noch:

"Wie kam es doch?"

Ist's schon um es geschehen.

Verborgen, Kind,

Viel Netze sind

Hier um, dort um gehangen;

Man schaut und schaut,

Und traut und traut,

Und liegt im Netz gefangen.