O Sonn', O Meer', O Rose!

Schumann, Robert

O Sonn', o Meer, o Rose!

Wie, wenn die Sonne triumphierend

Sich hebt über Sterne, die am Himmel stunden,

Ein Schimmer nach dem andern leis' erblich,

Bis alle sind in einem Glanz geschwunden,

So hab ich, Liebste, dich gefunden:

Du kamst, da war, was je mein Herz empfunden,

Geschwunden in dich.

O Sonn', o Meer, o Rose!

Wie, wenn des Meeres Arme auftun sich

Den Strömen, die nach ihnen sich gewunden,

Hinein sich diese stürzen brünstiglich,

Bis sie die Ruh in tiefen Schoß gefunden,

So Liebste hab ich dich empfunden:

Sich hat mein Herz mit allen Sehnsuchtswunden

Entbunden in dich.

O Sonn', o Meer, o Rose!

Wie wenn in Frühling tausendfältig sich

Ein buntes Grün hat ringend losgewunden,

Ein hadernd Volk, bis Rose, königlich,

Eintretend, es zum Kranz um sich verbunden,

So, Liebste, hab ich dich umwunden:

Der Kranz des Daseins muß sich blühend runden,

Gebunden in dich.