Romanze vom Gänsebuben
Schumann, Robert
Helf' mir Gott, wie fliegen die Gänse,
helf' mir Gott, wie fliegen sie all'!
's hütete Cimocho, seinem Orte nah',
Gänselein und Sorgen, eine böse Schar.
Daß sie fort ihm gingen, dess' hatt' er kein Arg,
Leute, die nichts wissen, führen leicht sich an.
Baden in den Teichen ließ er allesamt,
seine Augen gießen mehr dazu als halb.
Wie er schaut und sieht hin sie fliegen all',
sagt er ganz erschrocken über solchen Fall:
Helf' mir Gott, wie fliegen die Gänse,
helf' mir Gott, wie fliegen sie all'!
Ach, ihr meine Schmerzen, fliegt nicht ihr einmal
aus dem schweren Herzen einfür allemal?
Wie nur tut ihr Wunder noch mit meiner Qual,
macht Unmöglichkeiten möglich mir zumal!
Falsche Bartolilla, freu' dich jetzt einmal,
giebst ja mir jetzunder nicht allein mehr Qual.
Und nun sieht er wieder, und er wieder sagt,
weil er von der Erde nichts mehr sehen kann:
Helf' mir Gott, wie fliegen die Gänse,
helf' mir Gott, wie fliegen sie all'!
Mein wild Mißgeschicke hängt euch Flügel an,
aber meinem Glücke sind sie abgebrannt.
Ich geh' fort, Bartola, denn du bist mir ja
gleichfalls fortgegangen, einem Andern nach.
Immer macht mich bangen, was geseh'n ich hab',
aber, aber daß ihr flöget, hab' ich nicht gedacht.
Helf' mir Gott, wie fliegen die Gänse,
helf' mir Gott, wie fliegen sie all'!