Mond, meiner Seele Liebling

Schumann, Robert

Mond, meiner Seele Liebling,

Wie siehst

du heut' so blass?

Ist eines deiner Kinder,

O Mond, vielleicht unpass?

Kam dein Gemahl, die Sonne,

Vielleicht dir krank nach Haus?

Und du trittst aus der Wohnung,

Weinst deinen Schmerz hier aus?

Ach! guter Mond, ein gleiches

Geschick befiel auch mich.

Drin liegt mir krank die Mutter,

Hat mich nur jetzt um sich!

So eben schloss ihr Schlummer

Das Aug' ein Weilchen zu;

Da wich, mein Herz zu stärken,

Vom Ort ich ihrer Ruh.

Trost sei mir, Mond, dein Anblick,

Ich leide nicht allein:

Du bist der Welt Mitherrscher,

Und kannst nicht stets dich freun!