Sommerlied

Schumann, Robert

Seinen Traum

Lind' wob,

Frühling kaum,

Wind schnob,

Seht, wie ist der Blütentraum verweht!

Wie der Hauch

Kalt weht,

Wie der Strauch

Alt steht,

Der so jung gewesen ist vorher!

Ohne Lust

Schlägt Herz,

Und die Brust

Trägt Schmerz;

O wie hob sie sonst sich frei und froh!

Als ich dir

Lieb war,

O wie mir

Trieb klar

Vor dem Blick ein Freudenlenz empor!

Als ich dich

Gehn sah,

Einsam mich

Stehn sah;

O, wie trug' ichs, daß mein Leben floh!

Wo ist dein

Kranz, Mai?

Wohnt dir kein

Glanz bei,

Wann der Liebe, Sonnenschein zerrann?

Nachtigall,

Schwing dich,

Laut mit Schall

Bring mich

Ab, hinab, zur Ros' hinab ins Grab!