Der leidige Frieden

Schumann, Robert

Der leidige Frieden

Hat lange gewährt,

Wir waren geschieden,

Mein gutes Schwert!

Derweil ich gekostet

Im Keller den Wein,

Hingst du verrostet

An der Wand allein.

Von Sorte zu Sorte

Probiert' ich den Wein,

Indessen dorrte

Das Blut dir ein.

Ist endlich entglommen

Der heisse Streit,

Mein Schwert, und gekommen

Ist deine Zeit.

Ich geb' deiner Klingen

Den blanken Schliff,

Ich lasse dich singen

Den Todespfiff,

Im Pulvernebel

Die Arbeit rauscht,

Wir haben, o Säbel,

Die Freuden getauscht.

Im brausenden Moste,

Mein durstiges Erz,

Betrinke dich, koste

Von Herz zu Herz;

Derweil du gekostet

Das rote Blut,

Ist mir eingerostet

Der Hals vor Glut.