Waldmädchen

Schumann, Robert

Bin ein Feuer hell, das lodert

Von dem grünen Felsenkranz,

Seewind ist mein Buhl' und fordert

Mich zum lust'gen Wirbeltanz,

Kommt und wechselt unbeständig,

Steigend wild,

Neigend mild,

Meine schlanken Lohen wend' ich:

Komm nicht nah' mir, ich verbrenn' dich!

Wo die wilden Bäche rauschen

Und die hohen Palmen stehn,

Wenn die Jäger heimlich lauschen,

Viele Rehe einsam gehn.

Bin ein Reh, flieg' durch die Trümmer,

Über die Höh',

Wo im Schnee

Still die letzten Gipfel schimmern,

Folg' mir nicht, erjagst mich nimmer!

Bin ein Vöglein in den Lüften,

Schwing' mich übers blaue Meer,

Durch die Wolken von den Klüften

Fliegt kein Pfeil mehr bis hieher.

Und die Au'n, die Felsenbogen,

Waldeseinsamkeit

Weit, wie weit,

Sind versunken in die Wogen --

Ach, ich habe mich verflogen!