Hoffen und wieder verzagen

Strauss, Richard

Hoffen und wieder verzagen,

Harrend lauschen an ihrem Balkon,

Ob nicht, vom Winde getragen,

Zu mir dringe von ihr ein Ton,

Also reih'n seit Monden schon

Tage sich mir zu Tagen.

Spät, wenn stumm und stummer

Nacht sich lagert im öden Revier,

Senken zu kurzem Schlummer

Sich ermüdet die Wimpern mir;

Wieder empor aus Träumen von ihr

Fahr' ich zu neuem Kummer.

Aber, o Himmel, ich flehe:

Raube mir nicht mein teuerstes Gut,

Dies beglückende Wehe,

Das ich genährt mit des Herzens Blut!

Hoch und höher laß lodern die Glut,

Drin ich selig vergehe!