Rote Rosen

Strauss, Richard

Weißt du die Rose, die du mir gegeben?

Der scheuen Veilchen stolze heiße Schwester;

Von deiner Brust trug noch ihr Duft das Leben,

Und an dem Duft sog ich fest mich und fester.

Ich seh' dich vor mir: Stirn und Schläfe glühend,

Den Nacken trotzig, weich und weiß die Hände,

Im Aug' noch Lenz, doch die Gestalt erblühend

Voll, wie das Feld blüht um Sonnenwende.

Um mich webt Nacht, die kühle, wolkenlose,

Doch Tag und Nacht, sie sind in eins zerronnen.

Es träumt mein Sinn von deiner roten Rose

Und von dem Garten, drin ich sie gewonnen.