Mein Schifflein geht behende
T. Eisenhauer
Mein Schifflein geht behende
Dem Friedenshafen zu;
Der Lauf ist bald zu Ende;
Es folgt die sel'ge Ruh'.
Ich sehe schon von weitem
Des Leuchtthurms hellen Schein:
Ich will mich nur bereiten,
Ich geh' zur Ruhe ein.
Der Trübsal hohe Wellen
Bedrohen stets mein Schiff;
Oft scheint es zu zerschellen
An einem Felsenriff.
Es gibt der bösen Stunden
Nur leider gar zu viel!
Ich fühle mich gebunden. --
Wann kommt mein Schiff an's Ziel?
Getrost! in meinem Nachen
Ist Jesus Steuermann;
Ihn laß ich thun und machen,
Und ich bin glücklich dran.
Ihm darf ich fest vertrauen
Auch in der schwärz'sten Nacht;
Ich hoff', ich werde schauen,
Wonach mein Herze tracht't.
Der Mast in diesem Nachen
Ist's Kreuz des lieben Herrn;
Das zeigt mir armen Schwachen
Den wahren Hoffnungsstern.
Am Kreuz hing meine Liebe,
Am Kreuze hing mein Heil;
D'rum hoff' ich, wenn's auch trübe. --
Mein Heiland ist mein Theil!
Der Purpur seines Blutes
Des Schiffleins Wimpel schmückt;
Das macht mich frohes Muthes,
Wenn Angst mein Herze drückt.
Geschmückt mit diesem Blute,
Kann ich versinken nicht;
Es redet mir zu Gute,
Es schützt mich im Gericht.
Mein Anker läßt mich hoffen,
Ich habe festen Grund;
Der Himmel steht mir offen
In meiner letzten Stund.
Des Geistes sanftes Wehen
Schwellt meine Segel hier;
Ich werde feste stehen
In dir, mein Herr, in dir!
An meinem Schifflein wehet
Die Flagge meines Herrn.
Daran geschreiben stehet:
"Die Ruhe ist nicht fern,
Die einst wird seinem Volke!"
Das macht mich wieder still,
Wenn manche schwarze Wolke
Dies Licht verdunkeln will.
So fahr' ich sicher weiter:
Mein Jesus mit mir schifft.
Er macht mich froh und heiter,
Wenn Unglück mich auch trifft.
Wenn schwere Wetter wüthen,
Wird seine starke Hand
Mich armes Kind schon hüten:
Sie führt in's Vaterland.
Mein Lauf ist bald vollendet;
Wohlauf, mein armes Herz!
Die Fahrt ist bald geendet;
Es geht stracks himmelwärts.
Herr Jesu, wär' ich droben,
Wie wollt' ich freuen mich!
Dort will ich preisen, loben
Dich, Jesu, ewiglich.