Wunsch und Entsagung

T. Gerlach

Wenn ich die

Blümlein

schau',

Wünsch' ich mir eine Frau;

Selten blüht eins allein,

Muß bei dem andern seyn.

Blum' in der Au

Hat eine Frau.

Wenn ich die

Vöglein

schau',

Wünsch' ich mir eine Frau;

Schnäbeln herzinniglich

Auf jedem Bäumchen sich.

Vöglein im Blau

Hat eine Frau.

Wenn ich die

Fischlein

schau',

Wünsch' ich mir eine Frau;

Schwimmen im Silberbach

Eines dem andern nach.

Fischelein grau

Hat eine Frau.

Rundum wohin ich schau'

Überall Mann und Frau,

Theilen so Schmerz als Lust,

Sich ihres Ziels bewußt,

Wird mir wohl flau,

Möcht' eine Frau.

Wenn ich die

Frauen

schau',

Wünsch' ich mir

keine

Frau;

Tragen nicht Freuden ein,

Könnten ganz anders seyn.

Geh' nicht zur Trau',

Mag keine Frau!