Wie glücklich ist der Morgenwind!
T. Streicher
Wie glücklich ist der Morgenwind!
Er schwingt sich auf sein Ambra-Roß
Und jagt zu dir und fleugt zu dir
So leicht, so rasch, wie ein Geschoß.
Mich aber hält gebändiget
Ein unerbittlich Mißgeschick,
Wiewohl mein ewig quellend Aug'
Weltmeere schon des Grams vergoß.
O pfui der Schmach, pfui über mich!
Ich lebe noch und athme noch.
So mache bittre Stunde schon
Mich ohne dich der Tag verdroß.
Allein getrost! Es stocken mir
Die Pulse schon, die schmählichen,
Und bald bin ich der ewiglich
In Nacht Gehüllten Schlafgenoß.
Doch träumt gewiss auch dann Hafis
Von deiner Wange Rose noch;
Aufsteigen zum Beweise wird
Aus seiner Gruft ein Rosensproß.