Frieden

V. Herbert

Es wogt das goldne Saatenfeld

In lauer Abendluft,

Die Wiese und des Waldes Grün

Deckt leichter Nebelduft.

Vom Abendsterne weht es mir

Wie leise Hoffnung zu,

Und auch der Mond mit stillem Licht

Gießt in die Seele Ruh.

Es weicht von mir mein stilles Weh,

Und freudig schwillt die Brust!

Mich überkommt, weiß nicht woher,

Die reinste Himmelslust.

Ich sinne hin, ich sinner her,

Welch Wunder wohl geschah,

Mir ist so leicht, mir ist so wohl,

Mir ist als wärst du nah!