Grabschrift einer Nachtigall

V. Righini

Still im Lorbeergebüsch ruht Philomelens

Leichter Schleier. Die Liebesgötter klagten,

Als ihr zärtlicher Maigesang verstummte.

Aber selig und frei entflog ihr Schatten

Zum elysischen Hain; dort neben Sapphos

Und Anakreons Amaranthenlaube

Wohnt in ewiger Jugend nun die holde

Frühlingssängerin. Wirf ein Lorbeerblättchen

Auf ihr Grabmal, o Wandrer! Ihren Manen

Opfr' ein liebendes Weib die erste Rose.