Des Ritters Geist

V. Tomášek

Es herrscht im öden Schlosse

ein Geist die ganze Nacht,

der wallt mit blankem Schwerte

herum in Eisentracht.

„Heraus das Ross vom Stalle,

ihr trauten Knappen mein,

fort muss ich zum Turniere,

muss heut' noch Sieger sein.

Mein Liebchen reicht die Preise,

den ersten reicht sie mir;

auf, auf, zu Ross', zu Rosse!

Nicht Bleibens hab' ich hier.“

Er geht hinab die Treppe

und weilet kurze Zeit,

dann kommt er schnellen Schrittes

zurück, wie hoch erfreut.

„Ihr Knappen, hundert Becher!

Die Gäste wollen Wein;

nach so gewalt'gem Siege,

da muss getrunken sein!

Den gold'nen Preis den Kampfes

hat Liebchen mir gebracht;

horch! Eins, zwei, drei - ich komme!

Ihr Gäste, gute Nacht!