Wie ist die Nacht

V. Ullmann

"Wie ist die Nacht so weich und warm,

wie sind die Seelen nah,

wie du so ruhst in meinem Arm,

bist du schon nicht mehr da,

ich sehe dich am Himmelsdom

von Stern zu Sternen ziehn,

ein bläulich schimmerndes Phantom,

willst du die Liebe fliehn,

hinwandeln mit geschlossnem Lid,

du Geisterkolonist,

bist du der dunklen Erde müd,

weil du so heilig bist?

Du hast dich weit von mir gewandt.

Jetzt triffst du in den Mond..."

"Ich gehe nur in jenes Land,

wo deine Seele wohnt."

"O wie der wundersame Glanz

gewaltiger erwacht!"

"Geliebter, ach, ich bin so ganz

in deiner Liebesmacht."

"Nun hebst du dich zum hehrsten Raum,

wie bist du still und blass."

"Es trennt mich noch ein schmaler Saum

vom seligsten Gelass."

"Du fliegst, du fliegst, du bist so fern.

Ich sehe dich nicht mehr."

"Ich habe dich für ewig gern,

ach viel, ach viel zu sehr."