Nur du und ich

V. von Styrcea

Auf bunten Blumenmatten,

Vom Weltgedräng so weit,

Im tiefen Waldesschatten,

In süßer Einsamkeit,

Da sollt ein Leben werden,

Mein Lieb, so wonniglich;

Was wars, das wir entbehrten?

Für uns wär nichts auf Erden,

Mein Lieb,

Mein Lieb, mein lieblich Lieb, als du und ich!

Wenn über Thal und Berge

Der junge Tag sich hebt,

Und über ihm die Lerche

Auf süßen Wirbeln schwebt

So selig und alleine,

So frisch und feierlich

Die goldnen Morgenscheine!

Nur Gott im stillen Haine,

Mein Lieb,

Mein Lieb, mein lieblich Lieb, und du und ich.

Wir thäten mit der Sonne

Die selgen Augen auf,

Und die ihn schloß, die Wonne,

Begänn den Tageslauf.

Du schafftest und ich schriebe

Manch frohes Lied für dich;

Und wer zum Essen bliebe,

Das wäre nur die Liebe,

Mein Lieb,

Mein Lieb, mein lieblich Lieb, und du und ich.

Magst schlafen oder wachen,

Magst sitzen oder gehn,

Magst sinnen oder lachen --

Ich kann nicht satt mich sehn.

So käm es, da&szig in Eile

Der Abend uns beschlich.

In Städten, manche Meile

Von uns wohnt Langeweile,

Hier Lieb,

Mein Lieb, mein lieblich Lieb, nur du und ich.

Und käm die Nacht gezogen,

Wir schauten Brust an Brust

Zum blauen Himmelsbogen

Und seiner Sterne Lust.

Und -- süße dahin gerissen

Die Sterne senkten sich

Herab auf unsre Kissen --

Die Nacht soll es nicht wissen,

Mein Lieb,

Mein Lieb, mein lieblich Lieb, nur du und ich!