Auf goldenem Stuhl, im Reiche der Schatten

W. Fortner

Auf goldenem Stuhl, im Reiche der Schatten,

Zur Seite des königlichen Gatten,

Sitzt Proserpine

Mit finstrer Miene.

Und im Herzen seufzet sie traurig:

Ich lechze nach Rosen, nach Sangesergüssen

Der Nachtigall, nach Sonnenküssen -

Und hier unter bleichen

Lemuren und Leichen

Mein junges Leben vertraur ich!

Bin festgeschmiedet am Ehejoche,

In diesem verwünschten Rattenloche!

Und des Nachts die Gespenster,

Sie schaun mir ins Fenster,

Und der Styx, er murmelt so schaurig!

Heut hab ich den Charon zu Tische geladen -

Glatzköpfig ist er und ohne Waden -

Auch die Totenrichter,

Langweilge Gesichter -

In solcher Gesellschaft versaur ich.