Die Ballade vom Seemann Kuttel Daddeldu
W. Grosz
Eine Bark lief ein in Le Havre,
Von Sidney kommend, nachts elf Uhr drei!
Es roch nach Himbeeressig am Kai,
Und nach Hundekadaver!
Kuttel Daddeldu ging an Land.
Die Rue Albani war ihm bekannt!
Er kannte nahezu alle Hafenplätze.
Weil vor dem ersten Hause ein Mädchen stand,
Holte er sich im ersten Haus von dem Mädchen die Krätze!
Weil er das aber natürlich nicht gleich empfand,
Ging er weiter, -- kreuzte topplastig auf weiter Fahrt.
Achtzehn Monate heuer hatte er sich
zusammengespart.
In Nummer sechs traktierte er Elwie und Kätchen,
in acht besoff ihn ein neues, straff
lederbusiges Weib,
Nebenan bei Pierre sind allein sieben
gediegene Mädchen,
ohne die mit dem Zelluloid-Unterleib!
Daddeldu, the old Seelerbeu-Kuttel,
verschenkte den Albatrosknochen,
das Haifischrückgrat, die Schals,
den Elefanten und die Saragossabuttel.
Das hatte er eigentlich alles der Mary versprochen,
Der anderen Mary; das war seine feste Braut.
Daddeldu -- Hallo! Daddeldu,
Daddeldu wurde fröhlich und laut.
Er wollte mit höchster Verzerrung seines Gesichts
Partu einen Niggersong singen
Und »Blu beus blu«. Aber es entrang ihm nichts.
Daddeldu war nicht auf die Wache zu bringen.
Daddeldu Duddel Kuddelmuttel, Katteldu
Erwachte erstaunt und singend morgens um vier
Zwischen Nasenbluten und Pomm de Schwall auf der Pier.
Daddeldu bedrohte zwecks Vorschuß den Steuermann,
schwitzte den Spiritus aus.
Und wusch sich dann.
Daddeldu ging nachmittags wieder an Land,
Wo er ein Renntiergeweih, eine Schlangenhaut,
Zwei Fächerpalmen und Eskimoschuhe erstand.
Das brachte er aus Australien seiner Braut.