Die Weggenossin

W. Jordan

Von den Bergen komme ich her,

Bin ein bestaubter Wandrer;

Trage nun keinen Namen mehr,

Denn der ihn trug, war ein Andrer;

Halte mein heimliches Gut verwahrt,

Bis ich die Throne besteige.

Forsche du immer nach meiner Art:

Sieh' mir ins Auge und schweige.

Bin ich, müde von Tag und Trug,

Still dem Leben entwichen,

Hat der Schlaf sich, spät genug,

Endlich zu mire geschlichen,

Wenn ich mein Haupt zu fürstlicher Ruh'

Dir in die Arme neige:

Sei dann meine Bewacherin du,

Lass mich schlafen und schweige.

Lege deine gesegnete Hand

Mir auf die Schläfen... Dann klinge,

Klinge du Lied vom heiligen Land,

Wo uns kein Sommer verginge.

In der Ferne spielt dann das Glück

Auf süsslockender Geige

Unser ewiges Hochzeitsstück...

Habe mich lieb und schweige.