Ein `Ade'

Kienzl, Wilhelm

Viel' Tränen flossen in herbem Weh',

wir kosten im Abendwinde

und schnitten weinend ein „Ade!”

in des Waldbaums rauhe Rinde.

In der sinkenden Sonne gold'nem Strahl

wir standen fest umschlungen

und blickten ins Aug' uns zum letzten Mal,

von Lust und Leid durchdrungen.

Wir drückten so innig und fest uns're Händ'

und gelobten's in heiligen Weisen:

Uns're Lieb', uns're Treu' sei ohne End',

sie sei stark wie das Eisen!