Vergissmeinnicht
Kienzl, Wilhelm
Waldbächlein fließt durch kühlen Grund
mit heimlichem Geflüster.
Es murmelt leis, als spräch' sein Mund
von Wald und Waldesdüster.
Ein Blümlein steht am Ufer dicht,
umspielet von der Welle.
Es klingt sein Gruß "Vergiß mein nicht"
"Vergiß mich nicht, Geselle".
Denn als ich einst vom Liebchen fort
mußt pilgern in die Weite,
hat sie gegeben mir dies Wort
zum Trost mit als Geleite.
Und wenn ich nun solch Blümchen seh'
so hold zu meinen Füßen,
da meint mein Herz in stillem Weh,
mein Liebchen ließ mich grüßen.