In weissen Anemonenkissen

W. Knüpfer

In weissen Anemonenkissen lag

Ein graugranitner Stein.

Hier sassen manchmal wir bei Tag,

Die Hände ein in ein.

Und vor uns lag

In brauner stiller Haide

Ein blanker See;

Und wie in heller Freude

Spielten mit ihm

Die Wolken aus luft'ger Höh'.

Sie zogen, wenn der Abend naht,

In weite, weite Ferne;

Und bauten Schlösser Thürm und Stadt

Wie folgten wir so gerne.

Und wenn sich dann der Abend müde streckt

Auf seinem weiten braunen Haideland,

Und wenn die Dämmrung dann das Lager deckt

Bis an den fernen, dunst'gen Hügelrand,

Dann zittert lockend durch die weiche Luft,

Bald mächtig schwellend in den Abendduft

Zu hohem Lied, zu vollem Schall

Der Sang der Nachtigall.