Mein Blümchen

W. Schönen

Röslein roth, wie bist du schön,

Wie duftest du so süße!

Magst neben allen Blumen stehn, --

Dich als die Schönste grüße.

Schöner doch ein Blümchen blüht

Auf Liebchens Mund und Wangen;

Wie Morgenroth es lieblich glüht,

Thu heiß nach ihm verlangen.

Lilie schlank, wie bist so rein

Welch' Weiße sonder Gleichen!

Vor deines Glanzes mildem Schein

Muß jede Blum' sich neigen.

Nur fein Liebchen neigt sich nicht,

Die Lilie muß ihr weichen:

Des Busens reinem Himmelslicht

Kann Lilienglanz nicht gleichen.

Sternlein hell, wie siehst so mild

Herab aus Himmels-Räumen?

Dein sanfter Blick das Herz erfüllt

Mit süßen Liebesträumen.

Liebchens Äuglein milder blickt,

Weckt nie gekannte Triebe,

Das Herz der trüben Erd' entrückt

Zu übersel'ger Liebe.