Starker Stern

W. Zillig

Starker Stern, der nicht den Beistand braucht,

den die Nacht den andern mag gewähren,

die erst dunkeln muß, daß sie sich klären.

Stern, der schon vollendet, untertaucht,

wenn Gestirne ihren Gang beginnen

durch die langsam aufgetane Nacht.

Großer Stern der Liebes-Priesterinnen,

der, von eigenem Gefühl entfacht,

bis zuletzt verklärt und nie verkohlend,

niedersinkt, wohin die Sonne sank:

tausendfachen Aufgang überholend

mit dem reinen Untergang.