An den Abendstern
X. Pentenrieder
Wenn dein Flämmchen sanft und milde
Aus entwölkter Ferne blinkt,
Und auf dämmernde Gefilde
Melancholisch niedersinkt:
Dann umflort mit Ahnungsschauer
Schwermuth mir mein fühlend Herz,
Und ich träum' in stiller Trauer
Nur der Liebe sanften Schmerz.
Und mit wehmuthsvollem Sehnen
Schweift die kühne Phantasie
Durch des Lebens Schreckensscenen
In das Reich der Harmonie.
Eine dunkle Wolk' umschattet
Meines Daseyns trüben Lauf,
Und ich blicke dann ermattet,
Stern der Liebe! zu dir auf.