Es winkt des Königs Töchterlein

A. Hallén

Es winkt des Königs Töchterlein

dem Spielmannssohn: „Nur leise!

Ich möchte gern dein Bräutlein sein,

spiel' eine Hochzeitsweise.”

O hüte dich, mein Spielmannssohn,

der König kommt gegangen!

Der sieht's und tobt und ruft: „Zum Lohn

lasst mir den Spielmann hangen!”

Sie führen ihn zum Galgen hin,

man knüpft und schlingt die Stricke.

Der König bleibt bei seinem Sinn,

schaut zu mit finster'm Blicke.

Die Tochter spricht: „Gestrenger Herr,

o lasse dich erweichen!”

Der Spielmann fleht: „Die Fiedel her,

muss sie noch einmal streichen!”

Die Fiedel hatte guten Klang,

gar einen hellen, reinen;

er spielte seinen Totensang,

der König musste weinen.

„Herunter,” ruft er, „Spielmannssohn!

Du wandelst Seel' und Sinne.

Dein Sang, der heischet hohen Lohn,

ich segne eure Minne!”