Mailied

A. Hallén

Im Maien, im Maien ist's lieblich und schön,

da findt sich viel Kurzweil und Wonn!

Die Nachtigall singet, die Lerche sich schwinget,

über Berg und über Tal.

Die Pforten der Erde die schließen sich auf

und lassen so manches Blümlein herauf,

als Lilien und Rosen, Violen, Zeitlosen,

Zypressen und auch Nägelein.

In solchen wohlriechenden Blümlein zart,

spazieret eine Jungfrauvon edler Art;

sie windet und bindet gar zierlich und fein ihrem

Herzallerliebsten ein Kränzelein.

Da herzt man, da scherzt man, da freut man sich,

da singt man, da springt man, da ist man fröhlich,

da klaget ein Liebchen dem andern sein Not, da küßt

man so manches Mündlein rot.

Ach Scheiden, ach Scheiden, du schneidendes Schwert,

du hast mir mein junges, frisch Herzlein verkehrt.

Willkommen macht, daß man Scheiden nicht acht't:

Ade, zu tausend guter Nacht!

Im Maien, im Maien, da freuet man sich,

da singt man da springt man, da ist man fröhlich,

da kommet so manches Liebchen zusammen.

Ade, in tausend Gottes Namen.