Die Schäferin

A. Mühling

Frühe geht die Schäferin,

Führt die Lämmchen auf der Weide,

Auf der Weide;

Voller Freude

Springt sie hin im leichten Kleide;

Ach, es folgt mein Herz ihr hin.

Hüpfet dann gar leicht und los

Zu den Blumen an der Quelle

An der Quelle

Klarer Welle

Stehen Blümchen, bunt und helle;

Und sie pflückt sie in den Schooss.

Streift sie auf die Ärmel dann,

Wäscht ihr Antlitz, zart wie Rosen;

Zart wie Rosen

So die losen

Zephyretten fächelnd kosen;

Und es lacht die Flur sie an.

Setzt sich dann in's Grüne hin,

Windet Blumen, sich zu kränzen.

Sich zu kränzen

Eilt im Lenzen

Nymph' und Hirt bei frohen Tänzen;

Alles liebt die Schäferin.

Manchmal singt sie hell und rein,

Dass umher die Vöglein singen.

Vöglein singen,

Lämmchen springen,

Und die muntern Ziegen dringen

Schäkernd in den frohen Reih'n.

Abends hüpft mit leichtem Sinn

Sie zur Hütte, Lust im Herzen.

Lust im Herzen,

Unter Scherzen

Spottet sie die Liebe Schmerzen.

Also lebt die Schäferin.