Die Verlassene
A. Winterberger
So grün der Berg, so steinig der Pfad,
Mit wem erfreu' ich mich?
Ich freute mich mit dem Vater gern,
Doch hab' ja keinen ich.
Der Vater war eine grüne Eich',
Und stand am Meere, weh!
Es schwoll das Meer, und nahm mir ihn,
Du mein Gott in der Höh!
So grün der Berg, so steinig der Pfad,
Mit wem erfreu' ich mich?
Ich freute mich mit der Mutter gern,
Doch hab' ja keine ich.
Die Mutter ein Himmelsgärtlein war,
Und stand am Meere, weh!
Es schwoll das Meer, und nahm mir sie,
Du mein Gott in der Höh!
So grün der Berg, so steinig der Pfad,
Mit wem erfreu' ich mich?
Ich freute mich mit dem Bruder gern,
Doch hab' ja keinen ich.
Der Bruder ein grüner Ahorn war,
Und stand am Meere, weh!
Es schwoll das Meer, und nahm mir ihn,
Du mein Gott in der Höh!
So grün der Berg, so steinig der Pfad,
Mit wem erfreu' ich mich?
Ich freute mich mit der Schwester gern,
Doch hab' ja keine ich.
Die Schwester war eine grüne Birk,
Und stand am Meere, weh!
Es schwoll das Meer, und nahm mir sie,
Du mein Gott in der Höh!
So grün der Berg, so steinig der Pfad,
Mit wem erfreu' ich mich?
Ich freute mich mit dem Liebsten gern,
Doch hab' ja keinen ich.
Der Liebste verzögerte zu lang',
Und stand am Meere, weh!
Es schwoll das Meer, und nahm mir ihn,
Du mein Gott in der Höh!