Die schöne Djurdja

A. Winterberger

„Djurdja, schönes Mädchen Djurdja,

Möchte dich um etwas fragen,

Daß du's treu und redlich sagest!“ --

„Frag' mich, frag' mich nur, o Jüngling,

Weiß ich's, will ich gern dir's sagen,

Weiß ich's aber nicht, wie könnt' ich?“

„Djurdja, schönes Mädchen, Djurdja,

Sag' mir doch, wie du so schön bist?

Bist vom Himmel du gefallen?

Bist der Erde du entsprossen?

Hat ein Goldschmied dich gegossen?

Bist gekrochen durch ein Ringlein?“ --

„Jüngling, sonderbarer Schwärmer,

Wo hat je gesehn, gehört man,

Daß ein Mädchen fiel vom Himmel,

Daß es aufwuchs aus der Erde,

Oder daß es goß ein Goldschmied,

Oder daß es kroch durch Ringlein?

Mich die Mutter hat geboren

An dem edeln Tag der Ostern,

An noch edlerm mich getauft dann,

Davon Djurdja sie mich nannten,

Mich in süßer Milch gebadet,

Mich gespeist mit krausen Lämmern,

Mich getränkt mit rothem Weine!

Hab' ein Mütterlein gar liebreich,

Das gar liebreich mich gepflegt hat,

Drum bin ich so schön geworden!“