Festlied

Anonymous

Sammelt euch Alle

Heut' in der Halle

Fröhlich zum Feste der Mutter des Herrn,

Um mit Vertrauen

Aufwärts zu schauen,

Auf zu des Meeres hellglänzendem Stern.

Mädchen und Knaben,

Bringet ihr Gaben,

Bringet ihr Rosen und Lilien dar;

Kinder und Greise,

Singet zum Preise

Ihr, die vom Herrn so begnadiget war.

Ihr, deren Herzen

Wir uns're Schmerzen,

Wir uns're Freude so innig vertrau'n;

Ihr, die vor Allen

Gott hat gefallen,

Ihr, der Gesegneten unter den Frau'n.

Denk', o Verklärte,

Himmlisch Verehrte,

Wie dir dein Kindlein am Halse einst hing!

Mutter, o denke,

Wie es Geschenke

Früh schon von mächtigen Fürsten empfing!

Denke der Stunden,

Da du voll Wunden

Sahest den lieben, den einzigen Sohn,

Wie es dich freute,

Als Er die Beute

Raubte der Hölle und stieg auf den Thron!

O voll Erbarmen

Segne die Armen,

Die noch so ferne vom Ziel zu dir flehn!

Hilf überwinden

Frevel und Sünden,

Leuchte im Dunkel als Stern aus den Höhn!

Neiden und Hassen,

Schwelgen und Prassen

Mögen unselige Kinder der Welt;

Wir aber weihen

Dir uns in Treuen,

Dir, die den Heiland entgegen uns hält.

Hochbenedeite,

Mutter, o breite

Schützend den Mantel um deine Getreu'n!

Daß wir durch's Leben,

Treu dir ergeben,

Wandeln, und einstens mit dir uns erfreu'n!