Über Nacht und Tag

Berg, Alban

In der Früh, in der Früh, wenn die Sonn' erwacht,

Von dem Fenster bieg' ich die Reben,

Hab' geträumet von dir wohl die ganze Nacht.

Grüß dich Gott, grüß dich Gott, du mein Leben!

Über Tag, über Tag, was ich schaff' und tu,

Blick ich hundert Mal um die Reben,

Denn mein Sinnen ist dein und mein Denken bist du,

Grüß dich Gott, grüß dich Gott, du mein Leben!

Und zu Nacht, und zu Nacht, bei der Sterne Schein,

Schlägt der Wind mir an's Fenster die Reben,

Wach ich auf, denk' ich dein, über's Jahr bist du mein,

Grüß dich Gott, grüß dich Gott, du mein Leben!