Eingewiegt von Nachtigallen

L. Berger

Eingewiegt von Nachtigallentönen,

Schlummert sie, die Königin der Schönen:

Frischer grünt der Thron der Königin,

Weste wehn ihr Maiendüfte hin.

Lächle sanft, mit hohen Engelmienen

Ist die That des Tages dir erschienen;

Strecke froh die schönen Händ' empor,

Denn dir schwebt des Himmels Palme vor.

Oder hebt ein zärtliches Verlangen

Dir die Händ', und röthet deine Wangen?

Und bin ich's, dem dieses Lächeln winkt?

Der entzückt an deinen Busen sinkt?

O dann schweigt, ihr Nachtigallenchöre,

Daß kein Laut den holden Traum zerstöre.

Oder singt im Tone, dem besiegt

Näher stets das blöde Weibchen fliegt.