Ländliches Lied

Berlioz, Hector

Wenn im Lenz milde Lüfte wehen,

Wenn es grün wird im Waldrevier

Lass, o Lieb, Arm in Arm uns gehen,

Duft'ge Maiblumen pflücken wir;

Wo uns Perlen von Tau umringen,

Die der Tag jedem Halm beschied,

Soll uns die Amsel fröhlich singen,

Ihr Lied.

Maienzeit ist die Zeit der Wonne,

Ist der Liebenden gold'ne Zeit.

Vöglein, flatternd im Strahl der Sonne,

Singen Lieder voll Seligkeit;

O komm! Ruhe am kühlen Orte,

Lass uns plaudern von Lieb' zuzwei'n,

Und sage mir die süßen Worte:

"Bin dein!"

Fern zum Forst lenken wir die Schritte,

Wo das Reh, das uns schaut, erschrickt,

Und der Hirsch, der in Waldes Mitte

Stolz im Bach sein Geweih erblickt;

Dann, wenn reich uns der Tag beglücket,

Heimwärts kehren wir beide bald

Mit Beeren, die wir frisch gepflücket

Im Wald.