Der Jäger
Brahms, Johannes
Bei nächtlicher Weil, an ein's Waldes Born,
Tat ein Jäger gar trauriglich stehen,
An der Hütte hängt stumm sein güldenes Horn,
Wild im Winde die Haare ihm wehen, ja wehen.
Die du dich im Träumen gezeiget mir,
Traute Nixe, schaff Ruh meiner Seelen,
Du meines Lebens alleinige Zier,
Was willst du mich ewiglich quälen, ja quälen?
So klagt er, und rauschend tönts hervor
Aus des Quelles tief untersten Gründen.
Wie ein Menschenlaut zu des Jägers Ohr:
Komm herein, so tust Ruhe du finden, ja finden.
Da stürzet der Jäger sich stracks hinein
In die Tiefe, bald ist er verschwunden,
Dort unten empfaht ihn das Liebchen fein,
Seine Ruh hat er endlich gefunden, ja funden.