An den Mond

Brahms, Johannes

Silbermond mit bleichen Strahlen

pflegst du Wald und Feld zu malen,

gibst den Bergen, gibst den Talen

der Empfindung Seufzer ein.

Sei Vertrauter meiner Schmerzen,

Segler in der Lüfte See:

Sag' ihr, die ich trag' im Herzen,

wie mich tötet Liebesweh.

Sag' ihr, über tausend Meilen

sehne sich mein Herz nach ihr.

»Keine Ferne kann es heilen,

nur ein holder Blick von dir.«

Sag' ihr, daß zu Tod getroffen

diese Hülle bald zerfällt;

nur ein schmeichlerisches Hoffen

sei's, das sie zusammenhält.