Die Kränze

Brahms

Hier ob dem Eingang seid befestiget,

Ihr Kränze, so beregnet und benetzt

Von meines Auges schmerzlichem Erguß!

Denn reich zu thränen pflegt das Aug' der Liebe.

Dies zarte Naß, ich bitte,

Nicht allzu frühe träufet es herab.

Spart es, bis ihr vernehmet, daß

sie

sich

Der Schwelle naht mit ihrem Grazienschritte,

Die Theuere, die mir so ungelind!

Mit einem Male dann hernieder sei es

Auf ihres Hauptes goldne Pracht ergossen,

Und sie empfinde, daß es Thränen sind;

Daß es die Thränen sind, die meinem Aug'

In dieser kummervollen Nacht entflossen.