Frühlingstrost

Brahms

Es weht um mich Narzissenduft

Es spricht zu mir die Frühlingsluft:

Geliebter,

Erwach im roten Morgenglanz,

Dein harrt ein blütenreicher Kranz,

Betrübter!

Nur mußt du kämpfen drum und tun

Und länger nicht in Träumen ruhn;

Laß schwinden!

Komm, Lieber, komm aufs Feld hinaus,

Du wirst im grünen Blätterhaus

Ihn finden.

Wir sind dir alle wohlgesinnt,

Du armes, liebebanges Kind,

Wir Düfte;

Warst immer treu uns Spielgesell,

Drum dienen willig dir und schnell

Die Lüfte.

Zur Liebsten tragen wir dein Ach

Und kränzen ihr das Schlafgemach

Mit Blüten.

Wir wollen, wenn du von ihr gehst

Und einsam dann und traurig stehst,

Sie hüten.

Erwach im morgenroten Glanz,

Schon harret dein der Myrtenkranz,

Geliebter!

Der Frühling kündet gute Mär',

Und nun kein Ach, kein Weinen mehr,

Betrübter!